Trauer darf bunt sein – wenn Erinnerungen Farbe bekommen
- Danja

- 31. März
- 1 Min. Lesezeit
Vor kurzem durfte ich eine Trauerrede halten, die mich besonders berührt hat. Die Angehörigen erzählten von einem Menschen, der das Leben liebte: seine bunten Hemden, seine lauten Lacher, seine Leidenschaft für Musik. Schnell war klar: Eine klassische, rein ernste Trauerfeier hätte nicht zu ihm gepasst.
Wir entschieden uns, sein Wesen sichtbar zu machen: Seine Lieblingsmusik wurde gespielt, Freunde erzählten kleine Anekdoten, die alle zum Schmunzeln brachten, und anstelle von dunkler Kleidung wurde farbige Alltagskleidung getragen. Inmitten der Trauer spürte man auch Dankbarkeit, Nähe und sogar Leichtigkeit.
Diese Erfahrung zeigt mir immer wieder: Abschiede dürfen die Persönlichkeit widerspiegeln. Manche Menschen wollen ein stilles Gedenken, andere wünschen sich Wärme, Musik und Farbe. Beides ist richtig. Wichtig ist nur, dass es echt ist – so, wie der Mensch war.
Trauer bunt zu gestalten bedeutet nicht, die Schwere zu verdrängen. Es bedeutet, das Leben in seiner ganzen Vielfalt zu ehren. Denn das, was bleibt, sind nicht nur Tränen, sondern auch Erinnerungen, die uns zum Lächeln bringen.
Übrigens: ich baue in alle meine Abschiedsreden mindestens 1 Anekdote ein, an die sich viele schmunzelnd erinnern. Es ist mir ein Herzensanliegen lebendige Reden zu halten.




